Umsatzsteuer auf Gutscheine – ja oder nein?

Eine oft diskutierte Frage: Muss für die Ausgabe eines Gutscheins Umsatzsteuer ausgewiesen werden oder nicht? Die Antwort ist ein klares Jein – es kommt nämlich darauf an, welchen Verwendungszweck der Gutschein hat!

Gutscheine über einen bestimmtem Betrag

Für Gutscheine über einen bestimmten Betrag muss keine Umsatzsteuer abgeführt werden. Hier laufen Sie sonst Gefahr, doppelt Umsatzsteuer zu bezahlen!

Konkret: Erwirbt jemand bei Ihnen einen Gutschein über beispielsweise 100,00 EUR, der für Ihr gesamtes Sortiment eingelöst werden kann, ist dieser nicht umsatzsteuerpflichtig. Denn dieser Kauf wird wie ein Tausch von Zahlungsmitteln gewertet: Sie erhalten 100 EUR und der Käufer erhält ebenfalls 100 EUR.

Würden Sie für diesen Gutschein Umsatzsteuer abführen, bekommt der Käufer 100 EUR und Sie bekommen genau genommen nur 84 EUR von ihm, da Sie 19% Umsatzsteuer auf die 100 EUR abführen müssten, also knapp 16 EUR. Wird mit diesem Gutschein nun Ware im Wert von 100 EUR bei Ihnen eingekauft, müssen Sie erneut 19% Umsatzsteuer abführen. Insgesamt führen Sie also in etwa 32 EUR Umsatzsteuer für einen Umsatz in Höhe von 100 EUR ab!

Gutscheine über eine bestimmte Leistung

Wenn Sie einen Gutschein für ein bestimmtes Pflegeprodukt ausgeben oder für eine konkrete Dienstleistung, dann ist dieser Gutschein umsatzsteuerpflichtig. Möchte jemand den Gutschein für ein Pflegeprodukt bei Ihnen einlösen, dann bekommt er dafür das Pflegeprodukt, nicht aber einen beliebigen Schuh.

Ein Gutschein, der konkret an eine Ware oder Dienstleistung gebunden ist, wird als Anzahlung betrachtet und unterliegt deshalb auch der Umsatzsteuer.

Vermeiden Sie doppelte Besteuerung von Gutscheinen! Gutscheine über einen Betrag, die nicht an eine bestimmte Leistung gekoppelt sind, werden wie ein Tausch von Zahlungsmitteln betrachtet und nicht als Umsatz im Sinne der Umsatzbesteuerung.